Alter Schlepper stand jahrelang – was tun mit dem Kraftstofftank?
Der alte Schlepper stand zehn, zwanzig oder vielleicht sogar noch länger in einer Scheune. Jetzt soll Eicher, Deutz, Fendt, Güldner, Hanomag, Lanz oder Porsche Diesel wieder zum Leben erweckt werden. Batterie, Öl und Filter stehen schnell auf der Checkliste – doch ein Bauteil wird dabei gerne unterschätzt: der Kraftstofftank.
Einfach frischen Diesel oder Benzin einfüllen und einen Startversuch wagen, ist nach einer langen Standzeit nicht unbedingt die beste Idee. Im Tank können sich über Jahrzehnte Rost, alte Kraftstoffreste und Ablagerungen gebildet haben. Diese Verunreinigungen gelangen beim ersten Betrieb direkt wieder in das Kraftstoffsystem.
Was passiert mit Kraftstoff während langer Standzeiten?
Kraftstoff und Tank bleiben während einer jahrelangen Standzeit nicht unverändert. Alte Kraftstoffreste können Ablagerungen hinterlassen. Gleichzeitig führen Temperaturschwankungen dazu, dass sich Feuchtigkeit im Tank bilden kann.
Bei einem Stahltank kann diese Feuchtigkeit über Jahre Korrosion verursachen. Besonders betroffen sind Tanks, die nur teilweise gefüllt oder über lange Zeit nahezu leer abgestellt wurden.
Von außen kann ein solcher Tank trotzdem noch hervorragend aussehen. Der tatsächliche Zustand zeigt sich häufig erst beim Blick ins Innere.
Typische Probleme bei alten Schleppertanks
Vor der Wiederinbetriebnahme eines lange abgestellten Traktors sollte der Kraftstofftank deshalb kontrolliert werden. Hinweise auf eine notwendige Reinigung oder Sanierung können sein:
- sichtbarer Flugrost oder starke Rostbildung im Tank
- braune oder schwarze Ablagerungen am Tankboden
- alte Kraftstoffreste und Verharzungen
- Rostpartikel im Kraftstofffilter
- wiederholt zugesetzte Kraftstoffleitungen
- eine alte, rissige oder sich ablösende Tankinnenbeschichtung
- auffällige Rückstände beim Ablassen des alten Kraftstoffs
Warum einfaches Ausspülen oft nicht ausreicht
Ein wenig frischen Kraftstoff in den Tank geben, schwenken und wieder ausgießen: Bei leichten Verschmutzungen kann damit loser Schmutz entfernt werden. Eine wirkliche Tanksanierung ersetzt dieses Vorgehen jedoch nicht.
Festsitzende Ablagerungen, Verharzungen und Korrosion bleiben dabei häufig zurück. Besonders problematisch wird es, wenn sich Rostschichten oder Teile einer alten Innenversiegelung lösen.
Genau diese Partikel landen später im Kraftstofffilter, in Leitungen, im Vergaser oder in der Einspritzanlage. Wer einen alten Schlepper technisch neu aufbaut, sollte deshalb nicht ausgerechnet beim Tank aufhören.
Erst reinigen – dann den tatsächlichen Zustand beurteilen
Vor einer weiteren Behandlung muss zunächst entfernt werden, was sich über die Jahre im Tank angesammelt hat. Dazu gehören alte Kraftstoffreste, Fett, Öl und andere Ablagerungen.
Tankdoc bietet hierfür aufeinander abgestimmte Produkte zur Reinigung und Vorbereitung von Kraftstofftanks. Erst nach einer gründlichen Reinigung lässt sich sinnvoll beurteilen, wie stark das Metall tatsächlich angegriffen ist.
Rost muss vor einer Versiegelung entfernt werden
Wird nach der Reinigung Korrosion sichtbar, folgt die Entrostung. Dabei geht es nicht darum, den Tank optisch etwas sauberer aussehen zu lassen. Die Metalloberfläche muss für die weiteren Arbeitsschritte möglichst vollständig von Rost und losen Bestandteilen befreit werden.
Eine Tankinnenbeschichtung sollte niemals einfach über vorhandenen Rost oder lose Ablagerungen aufgetragen werden. Die sorgfältige Vorbereitung der Oberfläche ist entscheidend für die spätere Haftung der Beschichtung.
Was ist mit einer vorhandenen alten Tankversiegelung?
Gerade bei restaurierten Oldtimer-Traktoren wurde der Tank möglicherweise schon einmal behandelt. Problematisch wird es, wenn nicht bekannt ist, welches Material verwendet wurde oder wenn sich die alte Beschichtung bereits ablöst.
Eine neue Beschichtung einfach über eine beschädigte Altversiegelung aufzutragen, ist keine saubere Lösung. Lose oder ungeeignete Altbeschichtungen müssen vor einer erneuten Versiegelung vollständig entfernt werden.
Wann ist eine Tankinnenversiegelung sinnvoll?
Nach Reinigung, Entrostung und entsprechender Vorbereitung kann eine 2K-Tankinnenbeschichtung das Metall dauerhaft vor erneuter Korrosion schützen.
Gerade bei historischen Fahrzeugen kann das interessant sein, weil der vorhandene Originaltank erhalten werden kann. Bei seltenen Schleppern ist ein passender Ersatztank schließlich nicht immer verfügbar – und ein gebrauchter Ersatz kann innen genauso aussehen wie der eigene Tank.
Besondere Herausforderung: große Schleppertanks
Ein kleiner Motorrad- oder Mopeddank lässt sich vergleichsweise einfach bewegen. Bei einem 40-, 60- oder 80-Liter-Schleppertank sieht das anders aus.
Mit zunehmender Tankgröße steigen der Materialbedarf und der Aufwand bei Reinigung, Entrostung und Beschichtung. Entscheidend ist, dass bei jedem Arbeitsschritt sämtliche relevanten Innenflächen zuverlässig erreicht werden.
Wer einen größeren Tank selbst bearbeiten möchte, sollte deshalb vor Beginn die benötigten Mengen und den gesamten Arbeitsablauf planen.
Selbst sanieren oder zum Fachbetrieb geben?
Viele Tanks lassen sich mit den entsprechenden Tankdoc-Produkten selbst reinigen, entrosten und versiegeln. Bei einem großen oder stark beschädigten Schleppertank kann die professionelle Bearbeitung jedoch die sinnvollere Alternative sein.
Das gilt insbesondere bei starken Ablagerungen, massiver Korrosion, vorhandenen Altbeschichtungen oder Tanks, deren Größe eine vernünftige Handhabung in der eigenen Werkstatt schwierig macht.
Wer seinen Tank nicht selbst sanieren möchte, kann sich beispielsweise an Sager Tanksanierung – Tankrettung.de wenden. Der Fachbetrieb ist auf die Reinigung, Entrostung und Innenversiegelung von Kraftstofftanks spezialisiert und verwendet für die Tankinnenbeschichtung ausschließlich Produkte von Tankdoc.
Neben Motorrad- und Oldtimertanks können dort nach vorheriger Anfrage auch größere Kraftstofftanks von Schleppern und anderen historischen Fahrzeugen bearbeitet werden.
Vor dem ersten Start lieber einmal in den Tank schauen
Einen alten Schlepper nach vielen Jahren wieder zum Laufen zu bringen, ist ein besonderer Moment. Gerade deshalb lohnt es sich, vor dem ersten Start nicht nur Motor, Öl und Batterie zu kontrollieren.
Ein verschmutzter oder stark verrosteter Kraftstofftank kann die frisch überarbeitete Kraftstoffanlage innerhalb kurzer Zeit wieder mit Schmutz und Rostpartikeln belasten.
Deshalb gilt: alten Kraftstoff ablassen, Tank kontrollieren und bei Bedarf gründlich reinigen und entrosten. Ist eine dauerhafte Innenbeschichtung gewünscht, muss die Oberfläche entsprechend vorbereitet werden.
Fazit
Nach jahrelanger Standzeit sollte der Kraftstofftank eines alten Schleppers nicht vergessen werden. Selbst wenn er von außen noch gut aussieht, können sich innen Rost und hartnäckige Ablagerungen befinden.
Mit den passenden Tankdoc-Produkten können viele historische Kraftstofftanks gründlich aufgearbeitet und erhalten werden. Und wenn die Sanierung aufgrund von Größe, Zustand oder vorhandener Altbeschichtung zu aufwendig wird, ist die professionelle Bearbeitung durch einen spezialisierten Fachbetrieb eine gute Alternative.